Salbei

Salbei

Ein weiterer Tausendsassa unserer heimischen Kräuterwelt ist der Salbei. Die meisten werden ihn aus der mediterranen Küche oder als Salbeitee gegen Erkältungen kennen, doch er kann noch viel mehr.

Der Salbei

Der Salbei ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen in unseren Breitengraden. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, wurde er schon in der Antike und im frühen Mittelalter in vielen Ländern als Heilpflanze kultiviert. Heute ist er in der ganzen Welt außer in Australien und der Antarktis verbreitet. Wilden Salbei findet man noch in vielen Teilen Italiens.
Der Salbei gehört zur Familie der Lippenblütler, von denen es rund 1000 verschiedene Arten gibt. Wir beschäftigen uns hier jedoch nur mit dem „echten Salbei“. Dabei handelt es sich um einen mehrjährigen Halbstrauch, der in der Regel eine Höhe von 40 cm -60 cm erreicht, aber auch bis zu einem Meter hoch wachsen kann. Charakteristisch für ihn sind seine aromatischen, länglichen, filzig behaarten Blätter, die an Eier erinnern und seine feingliedrigen, tiefen Wurzeln, mit denen er selbst auf kargen Böden überdauern kann. Zwischen Mai und Mitte Juli bildet er weiße oder violette lippenförmige Blüten aus. Davor sollte man ihn ernten.

Einige von uns werden den Salbei aus der mediterranen Küche kennen, denn was wäre ein gutes Saltimbocca ohne Salbei. Aber wie ihr euch schon denken könnt, geht es hier nicht um den Geschmack und die Verwendung des Salbeis beim Kochen, sondern um seine heilende Wirkung.

Allgemein bekannt sein dürfte die Anwendung des Salbeis bei Erkältungen. Dabei hat der Salbei eine ähnliche Wirkung wie die echte Kamille. Auch der Salbei hilft gegen Infektionen im Mund und Rachenraum. Auch bei Bronchitis und Keuchhusten ist der Salbei, der wie auch die echte Kamille meist als Tee getrunken wird, hilfreich.

Weniger bekannt sein dürfte, dass der Salbei schon im Mittelalter von Hildegard von Bingen als Heilkraut gegen Appetitlosigkeit erwähnt hat. Wenn ich da an so manches leckere Gericht mit Salbei denke… Aber ich schweife ab. Auch vor der Pest sollte der Salbei in Verbindung mit Rosmarin und Thymian schützen. Dies nutzen damals häufig auch Ganoven aus, die sich mit dieser Kräutermischung einrieben und dann pestbefallene Häuser ausraubten. Weitere Anwendungen des Salbeis waren zu dieser Zeit die Bekämpfung der roten Ruhr sowie die Behandlung von faulen Hautgeschwüren. Auch gegen nervöse Unruhe, Juckreiz, Krämpfe, Harnprobleme, Gliederschmerzen, Schlafsucht, Lungenentzündung und Erkältung wurde er eingesetzt.

Gegen all diese Krankheiten hilft der Salbei noch heute, auch wenn glücklicher Weise manche dieser Erkrankungen in unseren Breiten nicht mehr vorkommen.

Heute wird der Salbei mit Ausnahme der Erkältungskrankheiten meist anderweitig eingesetzt. Neben der bereits angesprochenen Anwendung des Salbeis als Tee, ist der Salbei auch für Dampfbäder gut geeignet.

Durch die Gerb- und Bitterstoffe, die im Salbei enthalten sind, ist er auch bei Problemen im Magen- und Darmbereich, wie Blähungen, Verdauungsproblemen und Magenkrämpfen sehr gut zu gebrauchen.

Daneben hat der Salbei auch eine antibakterielle und reinigende Wirkung. Erstellt man aus Salbei und Wasser eine Waschlotion, dann hilft diese gegen Hautunreinheiten sowie Pickel und Mitesser. Aufgrund dieser Wirkweise wird der Salbei auch seit alters her für rituelle Räucherungen genutzt.

Zudem ist der Salbei auch in den Blickpunkt der Krebs- und Alzheimerforschung gerückt. Ergebnisse hierzu sind sehr vielversprechend.
Des Weiteren wird dem Salbei auch eine beruhigende Wirkung und ein positiver Effekt bei Depressionen und Rheuma zugeschrieben.

Außerdem kann er bei übermäßigem Schwitzen als Antitranspirant eingesetzt werden.

Ansonsten kann man aus Salbei auch eine sehr gute Haarspülung herstellen.

Aufpassen sollten jedoch schwangere oder stillende Frauen, wenn sie Salbei zu sich nehmen, da der Genuss dieser Pflanze auch Auswirkungen auf den Hormonspiegel hat. Dies kann zu Schwierigkeiten in der Schwangerschaft und bei der Milchproduktion führen. Nicht umsonst wird der Genuss von Salbei beim Abstillen empfohlen.

Wie ihr seht, ähneln sich die Wirkungen von Salbei und Kamille. Welche der beiden Heilpflanzen ihr bevorzugt, bleibt eurem Geschmack überlassen.

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