Alte Heilpflanzen und ihre Wirkungen

Alte Heilpflanzen und ihre Wirkungen

Ach du Schande, da habe ich doch Post von meiner Zahnarztpraxis bekommen, dass mein Zahnarzt in Rente geht. Ich muss zugeben, da steigt doch ein wenig Panik in mir auf. Einen guten Zahnarzt zu finden ist nicht gerade leicht.

Ein kleiner Trost ist es für mich im Notfall ein wenig mehr Zeit dank der Gewürznelke zu haben. Es ist kein Zufall, dass ich jetzt auf die Gewürznelke gekommen bin, denn der typische Geruch einer Zahnarztpraxis nach Eugenol, das für die Zahnbetäubung benutzt wird, ist Bestandteil der Gewürznelke.

Unsere Vorfahren wussten noch um die vorbeugende und heilende Wirkung von so manchen Pflanzen. Doch dieses Wissen droht nach und nach verloren zu gehen. Immer mehr Menschen greifen zu pharmazeutischen Produkten. Dabei gibt es auch natürliche Alternativen.

Ich lade dich herzlich ein, mich auf meiner Reise durch den Arzneischrank von Mutter Natur zu begleiten.

Die Gewürznelke

Nein, ich fordere hier niemanden auf an Mutters Blumenstrauß zu knabbern. xD

Der Gewürznelkenbaum ist ein immergrüner Baum, der eine Höhe von bis zu 10m erreicht und zur Familie der Myrtengewächse gehört. Er war ursprünglich auf den Molukken beheimatet und wurde von den Arabern nach Europa gebracht. In Deutschland ist es dem Gewürznelkenbaum allerdings zu kalt.

Die Knospe des Gewürznelkenbaums wird vor ihrem Erblühen als Gewürznelke bezeichnet. Diese Knospe wird geerntet, getrocknet und ggf. zur Gewinnung eines ätherischen Öls gepresst. Das gewonnene Öl ist in seiner reinen Form sehr stark reizend und wird daher in der Regel mit einem Speiseöl verdünnt. Das bekannteste Anwendungsgebiet der Gewürznelke ist in der traditionellen Weihnachtsbäckerei, doch ich möchte mich für den Moment primär mit der heilenden Wirkung der Gewürznelke beschäftigen.

Da sich das Nelkenöl durch seine antivirale, antibakterielle, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung auszeichnet, ist es für die Anwendung im Mund und Rachenraum prädestiniert. So kann man z.B. einen mit einem Gemisch aus Nelken- und Speiseöl getränkten Wattebausch an einen entzündeten und schmerzenden Zahn legen und so die Zeit bis zum Arztbesuch überbrücken. Auch bei einem Abszess im Mund-/Rachenraum oder Zahnfleischbeschwerden wirkt es insbesondere in der Kombination mit Salbei oder Kamille wahre Wunder.
Ein Parfüm aus Nelkenöl und anderen Ölen, wie z. B. Zimtöl im Verhältnis 1:1 gemischt ist ein hervorragender Appetithemmer. Diese Wirkung wird seit dem Mittelalter u. a. zur Unterstützung beim rituellen Fasten, z. B. während des Ramadans genutzt. Atmet man dieses Gemisch ein hilft es bei der Unterdrückung des Hungergefühls.

Zur Linderung von Erkältungssymptomen kann man 2 Tropfen Nelkenöl mit Honig mischen, um damit seinen Tee zu süßen.

Ein heißer Aufguss aus Nelken und Wasser hilft gegen Verdauungsprobleme sowie Übelkeit und Erbrechen.

Nelkenöl kann auch als Zusatz zu Massageöl verwandt werden. Bei Rheuma und Muskelschmerzen wirkt es krampflösend, wärmend und schmerzlindernd.

Gegen verschiedene Bakterien und Pilzarten wurde das Nelkenöl bereits erfolgreich eingesetzt.

Einige eingeborene Völker Asiens nutzen die Gewürznelke sogar als Aphrodisiakum.

Daneben laufen vielen anderen Bereichen Forschungen um die positiven Eigenschaften des Nelkenöls zu nutzen. So hoffen die Wissenschaftler, dass man Nelkenöl zukünftig z. B. als natürliches Insektizid, gegen Darmparasiten und Kopfläuse, gegen Malaria, Diabetes, als Impfstoff zur Stärkung der Immunabwehr und auch gegen Krebs nutzen kann.

Es gibt hierzu zwar noch keine klinischen Studien, doch die ersten Forschungsergebnisse sind sehr vielversprechend.

Schwangere sollten jedoch auf Nelkenöl verzichten, da man ihm auch eine geburtseinleitende Wirkung zuspricht.

Vorsicht! Nelkenöl darf nicht unverdünnt verwandt werden, da es sonst stark reizend ist und bei einer Überdosierung (wie bei einer Überdosierung von Paracetamol) giftig wirkt.

Zum Abschluss nun die Rezeptur wie du dein eigenes Nelkenöl herstellt:

Du gibst dazu 3 Teelöffel gemahlenes Nelkenpulver oder 15 Nelken in 50ml eines hochwertigen Speiseöls wie z. B. Mandel- oder Olivenöl. Dieses Gemisch füllst du in ein Schraubglas und lässt es ca. 14 Tage im Dunkeln stehen.

Hilfreich ist es, wenn du dabei die Gewürznelken frisch mahlst, da diese dann die ätherischen Öle besser abgeben. Damit sich die Inhaltsstoffe besser im Öl/Nelkengemisch verteilen, sollte es 1x täglich geschüttelt werden.

Nach der Wartezeit filterst du das Öl ab und füllt es in eine Braunglasflasche zur besseren Haltbarkeit.

Schon hast du dein eigenes Nelkenöl und kannst es wie oben dargestellt anwenden.

Ich hoffe, dass dieser kurze Einblick in die heilende Wirkung der Gewürznelke für dich hilfreich ist und du auch dazu beiträgst, dass das Wissen um die alten Heilpflanzen nicht verloren geht.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen